Vortrag auf der KnowTech 2013: "Crowdsourcing als Erfolgsfaktor modernen Innovationsmanagements"

Auf der BITKOM-Konferenz „KnowTech“ hat gestern innosabi CEO Catharina van Delden die Eröffnungs-Keynote zum Thema „Crowdsourcing als Erfolgsfaktor modernen Innovationsmanagements: Wie Sie von der Öffnung Ihrer Innovationsprozesse profitieren“ gehalten. Denn Crowdsourcing – und insbesondere die gemeinschaftliche und offene Entwicklung neuer Produkte – weist viele Parallelen und Schnittmengen zum Wissensmanagement auf:

So lassen sich Best Practices bei Wissensarbeit nicht aus den Erfahrungen Einzelner ableiten, sondern nur aus der Summe der Erfahrungen Vieler, die in Netzwerken innerhalb eines Unternehmens organisiert sind. Crowdsourcing kann strategisch dazu eingesetzt werden, das intern vorhandene Wissen zielgerichtet zu ergänzen. Dabei geht es nicht um die Berechnung von Mittelwerten der crowdgesourcten Ideen, sondern um die aggregierten Erkenntnisse der „Leuchttürme“ im jeweiligen Themenfeld. Im Zentrum von Crowdsourcing-Aktivitäten steht nicht der anonyme Schwarm, sondern intelligente Individuen mit einer für das Unternehmen wertvollen Perspektive auf ein Problem – genauso wie es die Grundlage beim Wissensmanagement bildet.

Betrachtet man Co-Creation-Projekte als communitybasierte Innovationsstudien, mit dem Ziel, aktive und besonders fortschrittliche Anwender und Konsumenten zu identifizieren und deren Wissen in die Produktweiter- oder Neuentwicklung im Unternehmen zu integrieren, so wird die Nähe zum Wissensmanagement umso deutlicher.

Crowdsourcing-Ansätze können dazu führen, dass der Wissensarbeiter seine Arbeit noch effektiver (weil näher am Kunden) ausführen kann, wenn an definierten Stellen eines Innovationsprozesses strukturiert externe Einflüsse in das Unternehmen hineingetragen werden. In letzter Konsequenz kann das Unternehmen seine Zielgruppen (z.B. Kunden, Fans) zu externen Wissensarbeitern machen, die das Unternehmen in die Lage versetzen, Produkte anzubieten, die die Bedürfnisse der Kunden direkt aufgreifen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Ansatz des geschäftsprozessorientierten Wissensmanagements, dieses „untersucht die Notwendigkeit zur Orientierung des Wissensmanagements an den Geschäftsprozessen und hat als Ziel, die Wissensverarbeitung in den operativen Geschäftsprozessen zu erkennen und weiter zu entwickeln und so direkt zur Wertschöpfung im Unternehmen beizutragen.“ Es ist bei Wissensmanagement sehr wichtig, dass die WM-Prozesse nicht On-top stattfinden, sondern in die für die Wertschöpfung relevanten Prozesse eingebaut sind. Dies ist auch die Idealvorstellung von Crowdsourcing-Prozessen, als fester Bestandteil von Innovationsprozessen.