Das Open Innovation Paradigma und eine Open Innovation Grafik

Im Zuge unseres ersten innovators studio Master Class Webcasts haben wir uns intensiv mit den Definitionen der Begriffe Crowdsourcing, Open Innovation und Kollaboration beschäftigt, um Ihnen die Funktionsweise unseres Crowdsourced Innovation Ansatzes näher zu bringen.

Während Sie eine Aufzeichnung des Webcasts und die dazugehörige Präsentation schon auf unserer Ressourcen Seite finden können, möchten wir Ihnen hier in unserem Blog gerne noch weiterführende Informationen zu dieser Thematik anbieten. Auf einen Blogartikel über den Crowdsourcing Grundsatz, letzte Woche, folgt deshalb heute ein Beitrag über das Open Innovation Paradigma.

Die Open Innovation Definition

Open Innovation, auf Deutsch: „offene Innovation“, ist ein Begriff, der alle Innovationsprozesse betitelt, die nicht in sich geschlossen sind, sondern entweder externes Wissen integrieren (Outside-In Prozess) oder intern entstandenes Wissen zur weiteren Nutzung nach außen tragen (Inside-Out Prozess), um das Innovationspotential eines Unternehmens zu vergrößern.

Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Henry Chesbrough beschrieb diese Vorgehensweise erstmals im Jahr 2003 in seinem gleichnamigen Buch (siehe Literaturliste am Ende des Artikels):

“Open Innovation is a paradigm that assumes that firms can and should use external ideas as well as internal ideas, and internal and external paths to market, as the firms look to advance their technology.”

Meistens wird unter Open Innovation der Outside-In Prozess verstanden, bei dem der Innovationsprozess für externes Akteure geöffnet wird, um deren Wissen und Input zu integrieren.

Der Nutzen des Open Innovation Ansatzes

Die Einbindung von Open Innovation Methoden in die traditionellen Innovationsprozesse eines Unternehmens, eröffnet diesem die Möglichkeit, von dem Wissen externer Akteure – wie zum Beispiel Endverbraucher, Experten oder Zulieferer – zu profitieren. Kundenbedürfnisse werden frühzeitig erkannt und Konzepte oder Prototypen entsprechend schon in einem frühen Stadium angepasst. Expertenwissen aus anderen Branchen, Industrien oder Geschäftsfeldern kann in den eigenen Ideen- und Produktentwicklungsprozess transferiert werden, und die enge Kooperation mit Zulieferern trägt zur Optimierung der ganzen Wertschöpfungskette bei.

Richtig eingesetzt hat Open Innovation das Potential die Qualität und die Geschwindigkeit von Innovationsprozessen nachhaltig zu steigern, das Innovationsrisiko durch frühen Abgleich mit echten Kundenbedürfnissen zu minimieren, und über die Veräußerung und Lizensierung von portfoliofernen Ideen, Produkten und Technologien zusätzliche Umsatzquellen zu schaffen.

Open Innovation Methoden als Ergänzung

Der Einsatz von Open Innovation Methoden sollte dabei immer als Ergänzung zu traditionellen Innovationsmethoden und nicht als Ersatz von diesen gesehen werden, denn nur die eigenen (Entwicklungs-) Experten haben den Überblick über den gesamten Innovationsprozess und das Knowhow den externen Input zusammen mit internen Ressourcen zu einem erfolgreichen neuen Produkt oder Service zu verschmelzen.

Beispiele für erfolgreiche Open Innovation Projekte

Astronauten dienen vielen Lebensmittelunternehmen aufgrund ihrer extremen Bedürfnisse als Lead User* für Ernährungsinnovationen. Die Lebensmittel, die Astronauten im Weltraum zu sich nehmen, müssen bezüglich ihrer Nahrhaftigkeit und Verträglichkeit höchsten Standards genügen, um dauerhafte Konzentrationsfähigkeit und Performance zu garantieren. Da Astronauten gesundheitlich ständig überwacht werden, lassen sich die Auswirkungen bestimmter Lebensmittel bei ihnen besonders gut beobachten.

Ein weiteres Beispiel aus unserem Webcast ist eine Challenge auf InnoCentive.com, bei der ein Zahnpastahersteller eine Problemlösung für das optimale Einfüllen von Flouridpulver in eine Zahnpastatube gesucht hat. Ein Nutzer der Online Plattform hatte gleich nach dem Lesen der Problemstellung die simple aber effektive Idee, das Flouridpulver elektrisch aufzuladen. So konnte in Rekordzeit außerhalb des Unternehmens eine einfache Lösung gefunden werden, die innerhalb nicht oder nur über lange, mühsame Recherche gefunden hätte werden können.

Eine Open Innovation Grafik

Während es für den Begriff „Crowdsourcing“ schwierig war, eine gute und selbsterklärende Grafik zu finden (weshalb wir selbst eine erstellt haben, die sie hier finden können), gibt es für Open Innovation schon eine sehr aussagekräftige Darstellung von Henry Chesbrough, an deren Entwurf wir uns mit unserer Grafik angelehnt haben:



Gerne können Sie diese Grafik auch für Ihre eigenen Zwecke nutzen – bitte mit einem Quellenhinweis auf innosabi.

Fazit

Open Innovation hat das Potential, traditionelle Innovationsprozesse durch die Integration von Wissen aus unternehmensexternen Quellen signifikant zu bereichern. Frische Ideen, neue Perspektiven und die frühe Einbeziehung von Kundenbedürfnissen können das Innovationsrisiko senken, und innovative und erfolgreiche neue Produkte und Services hervorbringen.

Wie könnte Open Innovation für Ihr Unternehmen interessant sein?


Open Innovation Links

Wenn Sie sich tiefergehend über Open Innovation informieren wollen, empfehlen wir Ihnen folgende Websites:


Open Innovation Literatur

Offline helfen Ihnen diese Bücher weiter, mehr über die Öffnung ihrer Innovationsprozesse zu erfahren:


*Lead User sind Nutzer, die Bedürfnisse früher verspüren als der Massenmarkt und dadurch häufig ein besonderes Interesse an der Entwicklung innovativer Produkte haben. Oft bringen sie neben ihrem speziellen Bedürfnis auch eine gewisse Expertise oder Fähigkeiten mit, die es ihnen ermöglichen sich produktiv in den Entwicklungsprozess einzubringen.

Bildquelle: Designed by Freepik


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