Der Crowdsourced Innovation Ansatz: Eine Definition und eine Grafik

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Nachdem wir im Nachgang unserer ersten innovators studio Master Class zum Thema „Warum Crowdsourced Innovation?“ bereits Begriffsklärungen zu „Crowdsourcing“, „Open Innovation“ und „Kollaboration“ veröffentlicht haben, folgt heute der Artikel zu Crowdsourced Innovation – das Kernstück unserer Unternehmensphilosophie und die Methode, die hinter all unseren Plattformen steckt.

Eine Definition des Crowdsourced Innovation Begriffs

Das Konzept von Crowdsourced Innovation kombiniert Crowdsourcing und Open Innovation Methoden. Es beschreibt online basierte Kollaboration mit einer großen Zahl an Akteuren – sowohl innerhalb als auch außerhalb von Unternehmensgrenzen. Durch die Vernetzung von Kunden, Mitarbeitern, Partnern oder Zulieferern lässt sich kollektives Wissen zu innovativen Ideen und Ansätzen formen, die direkt in den internen Entwicklungsprozessen integriert und umgesetzt werden können.

Wir sprechen gerade dann von Crowdsoured Innovation, wenn offene Innovation also nicht nur offline durchgeführt wird, z.B. in Workshops, sondern mit großen Teilnehmerzahlen über das Internet. Die umfangreiche Öffnung des Innovationsprozesses für Stakeholder Communities und deren Kollaboration trägt zur Vergrößerung des Innovationspotentials in Organisationen bei.

Kurz gesagt:

Crowdsourced Innovation ist die digitale Öffnung von Innovationsprozessen für skalierbare Kollaboration.

Der Crowdsourced Innovation Ansatz verbindet also Open Innovation mit Community-basiertem Crowdsourcing. Durch Kollaboration wird externes Wissen vernetzt und nutzbar gemacht. Die daraus entstehenden Ideen werden gemeinschaftlich weiterentwickelt, bewertet und kontrolliert in die unternehmenseigenen Innovationsprozesse integriert.

Zu Beachten gilt es, dass Crowdsourced Innovation keinesfalls als Ablösung der etablierten, internen Innovationsprozesse verstanden werden sollte. Vielmehr ist die Methode eine wichtige Ergänzung und strategische Bereicherung in Zeiten der Digitalisierung. Crowdsourced Innovation trägt zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei, indem vielfältige neue Perspektiven und interdisziplinäres Know-how zu festen Bestandteilen der internen Innovations- und Entwicklungsprozesse werden.

Die Vorteile des Crowdsourced Innovation Ansatzes

Die Vernetzung aller relevanten Stakeholder auf einer online Plattform schafft eine einheitliche Basis für alle erhobenen Daten, auf die Innovationsmanager und Produktentwickler jederzeit zugreifen können. Durch den kollaborativen Ansatz wird zudem nicht nur externes Wissen gesammelt, sondern durch den Austausch und die Diskussionen zwischen den Community Mitgliedern völlig neu generiert. Häufig entstehen auf diese Weise innovative Ideen, die in einem isolierten Innovationsprozess nur eine sehr geringe Entstehungschance gehabt hätten.

Die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven ermöglicht verhältnismäßig schnellere und effizientere, interdisziplinäre Lösungsansätze, die zu erfolgreicheren Innovationen führen als geschlossene Innovationsprozesse. Die frühe Validierung und direkte Einbeziehung von echten Kundenbedürfnissen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Beteiligung externer Akteure an Entwicklungsprozessen bewirkt außerdem eine nachhaltige Stärkung der Kundenbeziehung und -bindung, da Menschen nachweislich Ergebnissen einen höheren Wert beimessen, an deren Entstehung sie selbst beteiligt sind (auch „IKEA Effekt“ genannt).

Einige Beispiele für Crowdsourced Innovation Projekte

Ein prominentes Beispiel für kollaborative Entwicklung lässt sich in dem amerikanischen Automobilentwickler Local Motors finden. Local Motors ist kein gewöhnlicher Hersteller, sondern konstruiert und baut Autos mit Hilfe einer Community von Autobegeisterten, die sich bei der Problemlösung und am Design der Wagen beteiligen und auf diese Weise neue Modelle entwickeln. Jedes einzelne Teil der Fahrzeuge wird von der Community entworfen und konstruiert. Selbst bei der tatsächlichen Fertigung der Fahrzeuge wird höchster Wert auf die persönliche Beteiligung gelegt: Jeder Käufer kann sein Auto bei Local Motors unter professioneller Anleitung selbst zusammen bauen.

Etwas weniger emotional, aber dafür mit einer hohen funktionellen Relevanz behaftet ist das Crowdsourced Innovation Projekt von Continental, das Landwirte in die Entwicklung von Steuerungsdisplays für Landmaschinen einbezogen hat. Das war in sofern ein besonderer Schritt, da die Landwirte in diesem Fall gar nicht die direkten Kunden der Firma Continental sind. Die Kunden des Unternehmens sind eigentlich Landmaschinenhersteller für die Continental die Steuerungskonsolen herstellt. Die frühe Einbindung der Endkunden in diesem B2B2C-Verhältnis ermöglicht es, echte Kundenbedürfnisse abzubilden, was wiederum zu einem starken Verkaufsargument für Continental wird.

Im Bereich der Dienstleistungen arbeitet die Postbank seit einiger Zeit über ihre Crowdsourced Innovation Plattform, das „Postbank Ideenlabor“, mit Kunden und Finanzinteressierten zusammen, um ihre Produkte und Services nach Kundennutzen auszurichten, Ideen und Anregungen aus der Kundenperspektive einzuholen, sowie neue (digitale) Konzepte zu testen. Gerade durch die langfristige Ausrichtung der Plattform und einen kontinuierlichen Ausbau der Community wird das Ideenlabor so zum festen Bestandteil im internen Innovationsmanagement.

Eine Crowdsourced Innovation Grafik

Angelehnt an die gängige trichterförmige Visualisierung des Innovationsprozesses bzw. an Henry Chesbrough’s Open Innovation Trichter, haben wir eine Grafik erstellt, die das kollaborative Potential der Vernetzung durch Crowdsourced Innovation für Innovationsprozesse verdeutlicht. Neben der Vernetzung interner Mitarbeiter untereinander können auch gezielt unterschiedliche Stakeholder in verschiedene Entwicklungsphasen mit einbezogen werden:



Gerne können Sie diese Grafik – mit einem kurzen Hinweis auf innosabi – für Ihre eigenen Zwecke weiterverwenden.

Fazit

Crowdsourced Innovation vernetzt Stakeholder – wie Ideengeber & Interessierte, Kunden, Mitarbeiter, Service Partner und Zulieferer – mit Unternehmen, die bereit sind ihre internen Entwicklungsprozesse zu öffnen. Die dadurch entstehenden neuen Wege der Kommunikation und des Austauschs sind eine wertvolle Ergänzung zu traditionellen Innovationprozessen und ermöglichen es, die digitale Transformation der Märkte optimal zu nutzen. Nicht nur eine bessere Kommunikation, ein effektiverer Wissenstransfer und eine engere Kundenbindung sind die Folge. Auch neue, digitale Geschäftsmodelle können aus einer nachhaltigen, softwaregestützten Verbindung mit der Crowd hervorgehen.

 

Wie offen sind Ihre Innovationsprozesse? Welche internen und externen Stakeholder beziehen Sie in Ihre Entwicklungsabläufe mit ein? Auf welche Art und Weise und wie nachhaltig kommunizieren Sie mit diesen Stakeholdern?


Weitere Informationen zu Crowdsourced Innovation finden Sie in unserem Buch „Crowdsourced Innovation – Revolutionizing Open Innovation with Crowdsourcing“.

Näheres über unsere Plattform Software „innosabi crowd“ können Sie auf unseren Produktseiten nachlesen.


Bildquelle: Designed by Freepik


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