AGILE INNOVATION – vom „Rugby Ansatz“ in digitalen Entwicklungsprozessen

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Agile Innovation und Methoden sind aus der Software Entwicklung nicht mehr wegzudenken. Doch auch in anderen Bereichen, vor allem in innovationstreibenden Prozessen finden diese Arbeitsweisen Anwendung. In einem kürzlich erschienen, sehr lesenswerten Artikel in der Harvard Business Review beschreiben Daniel Rigby, Jeff Sutherland und Hirotaka Takeuchi Erfolgsfaktoren und Beispiele für agile Entwicklung abseits der IT-Abteilungen.

Link: https://hbr.org/2016/05/embracing-agile

Agile Methoden werden im Artikel als treibende Kraft für steigende Erfolgsraten, Motivation und Produktivität in Unternehmen beschrieben. Da diese Methoden in vielerlei Hinsicht eine Abkehr der streng hierarchischen Top-Down Strukturen vieler Unternehmen bedeuten, gehen die Autoren stark auf die neuen Prinzipien, Erfolgsfaktoren und Werte der agilen Prozesse ein.

Der Rugby Ansatz für agile Innovation

Agile Innovation ist jedoch ohnehin keine Erfindung aus der IT. Schon 1930 begann der Physiker und Statistiker Walter Shewhart mit dem Ansatz des „Plan-Do-Study-Act (PDSA)“ Systems, Produkte und Prozesse in kleinen Entwicklungszyklen zu erneuern und zu verbessern. Er teilte seine Ergebnisse und Gedanken mit seinem Mentee W. Edwards Deming, der den Ansatz mit großem Erfolg in Japan weiter verfolgte und anwendete. Woraufhin Toyota Deming einstellte, um Manager der Firma in dieser Methode zu unterrichten. Gemeinsam entwickelten sie auf dieser Basis das visionäre Toyota Produktionssystem, welches heute als Grundlage von agiler Innovation und dem „lean“ Ansatz gesehen werden kann.

Bekannt wurde diese Methode dieser Zeit unter dem „Rugby Approach“. Das Team löst die Aufgabe wie eine Rugby-Mannschaft von Anfang bis Ende gemeinsam. Keiner der Teammitglieder geht etwa nach dem Beenden seiner spezifischen Aufgabe modellhaft gesprochen „vom Platz“. Diese Art der schnellen, direkten Kollaboration führte in den Unternehmen zu deutlich erfolgreicheren und schnelleren Innovationen. Ein Beispiel hierfür sind die Prozesse in der Kameraentwicklung von Marktführer Canon oder die Entwicklung von Motoren bei Honda. Auch weitere Beispiele zeigen, dass gerade bei komplexen Problemstellungen und Prozessen ein teambasierter Ansatz oft zum schnelleren und gleichzeitig besseren Erfolg führt, da die einzelnen Spezialisten während des Prozesses voneinander lernen, die Aufgabe insgesamt besser verstehen und motiviert am Gesamtprozess teilhaben, statt alleine ihre spezifische Aufgabe, oft am bestmöglichen Ziel vorbei zu erledigen und ausschließlich Ergebnisse weiter zu geben. Die Erkenntnis ist: Nicht die Kombination der Einzelergebnisse sind das Ziel, sondern der gelungene Weg, der die weitere Entfaltung der Produktidee zulässt, während sie entwickelt wird.

Link: https://hbr.org/2016/04/the-secret-history-of-agile-innovation

Die Weiterentwicklung agiler Methoden im Prozessmanagement

Der Rugby Approach wurde in den letzten Jahren vielfach weiterentwickelt und an verschiedene Branchen und Problemstellungen angepasst. Bereichsübergreifend durchgesetzt hat sich dabei die Weiterentwicklung zur „scrum“ Methode, auf die wir in einem unserer nächsten Posts eingehen werden.

Agile Innovation kann jedoch noch viele Schritte weitergehen. Über Open Innovation Lösungen zum Beispiel können nahezu unbegrenzt zusätzliche Mitglieder ins Team geholt werden. Durch Crowdsourced Innovation Lösungen können Projekte ebenfalls offen, jedoch sinnvoll kanalisiert werden und während der Entwicklung direkter Kontakt mit den zukünftigen Kunden gehalten werden. Agile, offene Innovation ist immer am bestmöglichen Kundennutzen ausgerichtet und funktioniert daher optimal, wenn Kunden schon in frühen Stadien der Produktentwicklung eingebunden werden können. Mit den innosabi Crowdsourced Innovation Plattformen wurden vieler solcher Projekte bereits realisiert und erfolgreich durchgeführt.