GIGA Gipfel 2018

Gruppenfoto Digitale Bewegung

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz hält immer mehr Einzug in unseren Alltag – in vielen Fällen ohne, dass wir es merken oder uns dessen bewusst sind. Sei es der Sprachassistent, der Termine für uns koordiniert und automatisch Hundefutter bestellt oder Algorithmen, die große Datensätze für uns analysieren und zusammenfassen. Und auch in der Wirtschaftswelt sind die Nutzungsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt und bereits allgegenwärtig. Besonders beeindruckend sind Beispiele von Maschinen, die lernen sich selbst zu reparieren oder Programmen, die geschaffen wurden, um selbstständig neue Software zu produzieren.

Aber was bedeuten die großen Fortschritte in der Forschung zu Künstlicher Intelligenz nun für unsere Arbeitswelten? Welche Auswirkungen haben die verschiedensten Anwendungen auf unsere Gesellschaft und das Menschsein an sich? Und was kann Deutschland tun, um im Wettbewerb mit den Marktführern aus den USA und China nicht weiter zurückzufallen? Diese Fragen wollten die rund 50 Teilnehmer auf dem Gipfeltreffen der Digitalen Bewegung beantworten, die sich – nach einem Abstecher ins innosabi Office zum Thema Digital Leadership – nun wieder am Ort des Gründungstreffens von 2017 in Sölden versammelt hatten.

Gruppenfoto Digitale Bewegung

Auf Initiative der Medien „Tagespiegel“, „Wirtschaftswoche“, „Ada“ und „Handelsblatt“ trafen sich hier digitale Vordenker und Experten, um das Ziel der Digitalen Bewegung – ein Wirtschaftswunder 4.0 zu schaffen, damit Deutschland auch in digitalen Zeiten an der Weltspitze steht – weiter voranzubringen. Mittendrin in dem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld mit Hannes Ametsreiter (Vodafone-Deutschlandchef), Richard David Precht (Publizist und Philosoph), Helmuth Ludwig (Siemens-CIO ) oder Dorothee Bär (Staatsministerin für Digitalisierung, CSU) war auch innosabi Gründer und Geschäftsführer Jan Fischer.

Die Herausforderung dabei ist jedoch nicht nur, die Spitzenforschung zur Künstlichen Intelligenz aus Deutschland in den Markt zu bringen, sondern auch den Menschen mögliche Sorgen über die Folgen der KI zu nehmen. Das wirtschaftliche Potenzial ist unbestritten groß. Nach einer Studie des McKinsey Global Institute könnte das globale Wirtschaftswachstum bei richtiger Nutzung von KI bis 2030 um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr höher ausfallen.

Rückblick 2018

Am Ende standen drei Thesen, welche vor allem die Chancen in den Mittelpunkt stellen:

  • Lasst uns in Europa die soziale Marktwirtschaft zu einer digital-sozialen Marktwirtschaft machen und ein Alternativmodell zu dem der USA und Chinas anbieten. Dazu brauchen wir ein Recht auf digitale Teilhabe, müssen die humanistisch-universalistischen Werte der europäischen Aufklärung zugrunde legen für eine Technologie, die informationelle Selbstbestimmung mit der Möglichkeit der Anwendung anonymisierter Daten zur Weiterentwicklung von KI-Anwendungen verbindet.
  • Wir möchten die Beziehung zwischen Unternehmen und Nutzer*innen als Vertrauensbeziehung neu definieren. Die Datenautonomie des Kunden ist dabei das zentrale Merkmal. Transparenz bei der Speicherung und Fairness im Umgang mit Daten sollten Unternehmen gegenüber Kunde*innen und Mitarbeiter*innen leiten.
  • Um bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz voranzukommen, brauchen wir konkret vermittelbare Anwendungsbeispiele. Technologiezentren ähnlich wie Sonderwirtschaftszonen und Experimentierräume, in denen wir Anwendungen der künstlichen Intelligenz unbürokratisch ausprobieren können, wären wünschenswert.

„KI ist dafür gemacht, Probleme zu lösen – das menschliches Gehirn eher dafür, Probleme zu schaffen“

Richard David Precht