Lexikon

INNOSABI LEXIKON

BETRIEBLICHES VORSCHLAGSWESEN (BVW)

Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) ist ein Prozess, der das Engagement von Mitarbeitern über die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung hinaus fördert und belohnt, um das gesamte Ideenpotential des Unternehmens zu nutzen.

Für eingereichte Verbesserungsvorschläge, die zu Einsparungen für das Unternehmen führen, erhalten Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen eine Prämie.

CHALLENGE

Unter einer “Challenge” (deutsch: Herausforderung) wird im Open Innovation und Crowdsourcing Umfeld im Allgemeinen ein offener Wettbewerb verstanden, dessen Ziel es ist, neue oder optimierte Lösungsansätze für ein spezifisches, gut definiertes Problem zu finden.

CO-CREATION

Unter Co-Creation wird im Innovationsmanagement eine Form der Produktentwicklung verstanden bei der Unternehmen gezielt externe Akteure wie Experten und Zulieferer in erster Linie jedoch Kunden und Nutzer zum beiderseitigen Vorteil in die Wertschöpfungskette mit einbeziehen. Die gemeinschaftliche Ausgestaltung von Produkten oder Dienstleistungen schafft einen Mehrwert, der sich für Nutzer durch bedürfnisorientierte Lösungen und eine ausgeprägte User Experience auszeichnet; für Unternehmen durch Markterfolg und Kundenbindung.

Zu beachten gilt es, dass es sich bei Co-Creation um einen allgemeinen, beschreibenden Begriff handelt, nicht um einen konkreten Prozess mit eigenen festgelegten Schritten und Verfahren. Diese ergeben sich aus dem zugrundeliegen Entwicklungsprozess.

(BRANDED) CO-CREATION-COMMUNITY

Siehe: Co-Creation

Eine Co-Creation-Community wird mittel- bis langfristig von einem Unternehmen aufgebaut. Sie wird gezielt (nach Unternehmen, Interessen oder Kompetenzen gefiltert zum Beispiel) für die Produktentwicklung angesprochen und einbezogen. Der Entwicklungsprozess von neuen Produkten wird dadurch ein offener, agiler und dynamischer, bleibt jedoch so fokussiert wie nötig. Es geht meist nicht um Verbesserungen in den Kernkompetenzen des Unternehmens, sondern vielmehr darum, gänzlich neue Ansätze und Methoden im Geschäftsbereich zu entwickeln. Der Vorteil einer ‚‚stehenden‘‘ Community für das Unternehmen ist eine aktive Crowd die innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern kann. Das Unternehmen hält eine relevante Community über die einzelnen Entwicklungszyklen bestimmter Produkte hinweg. Intensivierungen können z.B. firmenbezogene Erlebnisgutscheine sein, Testprodukte oder auch interne Punktesysteme.

Beispiele für Do’s&Don’ts aus der Harvard Business Review: https://hbr.org/2011/02/co-creation.html 

Beispiel für eine Co-Creation-Crowd im Medizinbereich: https://www.incrowdnow.com/

Beispiel für eine Co-Creation-Crowd im Softwarebereich: https://kickbox.adobe.com/what-is-kickbox

CONFIGURATOR

Ein Configurator/3D-Konfigurator ist ein Werkzeug, dass z.B. auf Open Innovation und Crowdsourced Innovation Plattformen eingesetzt werden kann. Teilnehmer können hier aus verschiedenen, vordefinierten Elementen wählen und eine individuelle Zusammensetzung, beispielsweise von Größen, Formen, Funktionen und Design vornehmen. Innerhalb klar abgesteckten Grenzen, meist abhängig von Produktionsmöglichkeiten/Machbarkeit kann die Crowd hier kreativ werden. Der Grad der Einschränkungen in den Kombinationsmöglichkeiten legt fest, wie ausgefallen bzw. konkret die Ergebnisse aus der Crowd werden (können). Die Ergebnisse werden im Nachgang analysiert werden und beispielsweise zu Ideengruppen zusammengeführt, die eine Richtung für die weitere Entwicklung, oder schon das Endprodukt darstellen können. Häufig werden die Ergebnisse aus dem Configurator nach einer Moderations-Stufe zur Abstimmung frei zu geben.

Beispiel für den Einsatz eines 3D-Konfigurators mit anschließendem Voting: https://innosabi.com/akademie/innovation-case-studies/liebherr-case-study/

CROWD

Als Crowd (zu Deutsch: Menschenmenge, Schar) wird gemeinhin eine zeitlich begrenzte Ansammlung von Menschen bezeichnet, die auf gemeinsame Stimuli reagiert und sich kollektiv verhält.

In Zeiten des Web 2.0 bezeichnet der Crowd Begriff – im Rahmen von Crowdsourcing Methoden – jedoch gemeinhin die Möglichkeit der Einbeziehung von einer großen Anzahl externer Akteuren zur Generierung von Zusatznutzen über das Internet.

CROWDFUNDING

Crowdfunding ist eine Art der Finanzierung, bei der ein Unternehmen oder Projektgruppen kleine Geldbeträge von einer großen Anzahl von Personen sammelt anstatt wenige große Investoren zu gewinnen.

Unterschieden werden kann zwischen einem reward based Ansatz, der ein (häufig eher symbolisches) Goodie oder einen Prototypen als Gegenleistung für eine Investition verspricht, und einem equity-based Ansatz, bei welchem dem Investor Unternehmensanteile angeboten werden.

Crowdfunding Unternehmen wie Kickstarter, indiegogo, Startnext oder Bergfürst bieten einen Zugang zur Crowd an, um finanzielle Unterstützung für Unternehmen oder gemeinnützige Kunst- oder Musikprojekte zu erhalten.

CROWDSOURCED INNOVATION

Als Crowdsourced Innovation bezeichnen wir bei innosabi die digitale Öffnung von Innovationsprozessen für skalierbare Kollaboration mit externen Akteuren.

Der Ansatz verbindet Open Innovation mit Community-basiertem Crowdsourcing, um die Wertschöpfung in potentiell jeder Phase des Innovationsprozesses zu steigern und das Innovationsrisiko zu senken.

Eine erklärende Grafik zum Begriff Crowdsourced Innovation finden Sie hier.

Ausführliche Informationen zu Crowdsourced Innovation finden Sie in unserem Buch und in unserem Blog.

CROWDSOURCING

Als Crowdsourcing wird die Aufteilung und Auslagerung von Aufgaben an eine Crowd (also einer großen, undefinierten Gruppe von Einzelpersonen) über einen offenen Aufruf im Internet bezeichnet.

Geprägt hat den Begriff in 2006 der WIRED Redakteur Jeff Howe, in einem Artikel mit dem Titel „The Rise of Crowdsourcing“. Eine ausführlichere Definition finden Sie in unserem Blog.

Google 20% Regel

Die 20% Regel von Google bezeichnet eine Strategie aus dem weiteren Umfeld der Open Innovation. Die Regelung besagt, dass Mitarbeiter bis zu 20% ihrer Arbeitszeit auf eigene Projekte verwenden dürfen, von denen sie glauben, dass sie Google in Zukunft weiter bringen könnten. Produkte wie Gmail, AdSense und Google Talk wurden auf der Basis dieser Strategie entwickelt. Inzwischen ist dieser Ansatz bei Google abgeschafft und durch fokussiertere Vorgehen abgelöst. Abwandlungen der 20% Regel werden heute jedoch in vielen Unternehmen erfolgreich eingesetzt.

IDEENMANAGEMENT

aka. Internes oder betriebliches Ideenmanagement

Unter Ideenmanagement wird in der Praxis häufig eine Kombination aus dem Betrieblichen Vorschlagswesen (BVW) und dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) verstanden.

Es handelt sich dabei um die systematische Integration und Nutzung des Ideenpotentials aller Mitarbeiter eines Unternehmens in dessen Entwicklungsprozesse, mit dem Ziel, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

IDEENSTAU

Als Ideenstau wird im Ideenmanagement im Allgemeinen der Verlust innovativen Potentials bezeichnet. Gutachter, die dafür verantwortlich sind eingereichte Ideen isoliert zu bewerten und auf Potential und Umsetzbarkeit zu prüfen, können die Menge an Einreichungen und den damit verbundenen Arbeitsaufwand häufig kaum neben ihren weiteren Tätigkeiten bewältigen.

Ideen stauen sich auf, zeitnahe Bearbeitung und Feedback bleiben aus. Im Zweifelsfall gehen gute, aktuelle Ideen unter und die Einreicher unterlassen es, mangels Rückmeldung weitere Vorschläge abzugeben.

IKEA EFFEKT

Der IKEA Effekt bezeichnet eine Steigerung in der subjektiven Bewertung selbstgemachter Produkte. Demnach hat ein Gegenstand einen höheren Wert für eine Person, die aktiv an dessen Fertigstellung mitgewirkt hat.

INCENTIVE

Englisch für “Anreiz” und im Zusammenhang von Open Innovation und Crowdsourcing eine Form der Teilnehmerkompensation und damit ein wichtiger Aspekt im Projektaufbau und der Community Pflege.

Incentives sind extrinsische Motivationsfaktoren, wie beispielsweise Geld, Prämien oder auch persönliche Anerkennung und stehen im Kontrast zu intrinsischen Motivationsfaktoren, wie beispielsweise persönlicher Nutzen oder Spaß an der Aufgabe.

INNOVATION

Eine Innovation ist im wirtschaftlichen Zusammenhang eine Produkt-, Service- oder Prozessneuerung, die tatsächlich und erfolgreiche Anwendung findet. Also eine Erfindung, die sich auf dem echten Markt behaupten kann und diesen durchdringt.

INNOVATION MANAGEMENT

Das Innovationsmanagement ist im Unternehmen für die Entwicklung von neuen Prozessen und Produkten verantwortlich und beschäftigt sich hauptsächlich mit der Planung und Steuerung von Innovationsprozessen, die zu den Kerntätigkeiten eines Unternehmens gehören.

Das Ziel der Einführung von Produkt- oder Prozessinnovationen kann eine höhere Effizienz, die Verbesserung der Wettbewerbssituation oder die Wertsteigerung des Unternehmens im Allgemeinen sein.

KOLLABORATION

Als Kollaboration wird im heutigem Sprachgebrauch eine – meist wirtschaftliche – Art der Zusammenarbeit zwischen einzelnen Menschen, Gruppen oder Organisationen bezeichnet.

Im Gegensatz zur Kooperation, bei der durch Arbeitsteilung eine parallele Bearbeitung von separaten Teilaufgaben stattfindet, wird bei der Kollaboration ein und dieselbe Aufgabe, iterativ durch zwei oder mehrere Personen bearbeitet, was zu einer Steigerung in der Qualität des Endergebnisses führt.

KONTINUIERLICHER VERBESSERUNGSPROZESS (KVP)

Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) ist ein Ansatz, bei dem die Mitarbeiter eines Unternehmens durch viele kleine Schritte eine kontinuierliche Verbesserung der Leistungs- und Qualitätsstandards bewirken.

In strukturierter und gezielter Teamarbeit sollen sowohl Probleme als auch ungenutzte Chancen aufgespürt werden. Dabei steht das konstante Infrage stellen des Status Quo im Vordergrund.

LEAD USER

Lead User sind Nutzer, die dem Massenmarkt mit ihren Bedürfnissen voraus sind und sich durch die Befriedigung dieser Bedürfnisse einen hohen Nutzen versprechen. Häufig besitzen Lead User auch die Fähigkeit ihre eigenen Ideen umzusetzen und werden so selbst zu Innovatoren.

Der Lead User Begriff wurde 1986 vom Wirtschaftswissenschaftler Eric von Hippel geprägt.

MICROJOBS

siehe Pico Jobs

OPEN INNOVATION

Open Innovation bezeichnet die Öffnung von Innovationsprozessen für das Wissen und die Fähigkeiten externer Akteure. Endverbraucher, potentielle Kunden, oder Experten werden gezielt in Entwicklungsprozesse integriert, um Kundenbedürfnisse und -wünsche besser verstehen oder neue Ideen und Technologien identifizieren zu können.

Der Begriff Open Innovation wurde 2003 vom US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Henry Chesbrough geprägt.

ONBOARDING

Kontext: Onboarding einer Crowdsourced Innovation Plattform
Hier bezeichnet Onboarding den Basisprozess zu Beginn eines Projekts, bei dem grundlegend der inhaltliche, technische und rechtliche Rahmen für die Innovationsplattform abgesteckt wird. Detailliert beschäftigt sich die Master Class #04 mit diesem Thema, zu finden in den innosabi Ressourcen.

PICO JOBS

siehe ,,Supercharger”

PROTOTYPING

Als Prototyping wird der Herstellungsprozess eines Prototypen, also einer funktionstüchtigen Version zur Optimierung eines angestrebten Endresultats, bezeichnet. Ursprünglich aus der Softwareentwicklung stammend, soll das Prototyping heute in allen möglichen innovativen Feldern dabei helfen, mögliche Resultate eines Entwicklungsprozesses zu visualisieren, zu testen oder bestimmte Aspekte wie beispielsweise die Usability näher zu betrachten.

SCHWARMINTELLIGENZ

Schwarmintelligenz, auch Gruppen- oder kollektive Intelligenz genannt, wird im unternehmerischen Zusammenhang ein Phänomen genannt, welches auftritt, wenn eine heterogene Masse von Menschen unabhängig voneinander gesammelte Informationen in sozialer Interaktion verarbeitet und zusammenführt, und so zu einer kollaborativen Problemlösung gelangt, auf die ein Individuum alleine nicht hätte kommen können.

SUPERCHARGER

Das Supercharger Modul ist ein optionales Hilfsmittel der innosabi Plattformen, gedacht für komplexe Fragestellungen oder auch eher unternehmensfremde Fragen und Aufgaben, für die die Crowd dss Unternehmens selbst nur schwer Antworten finden kann. Daher werden diese Challenges an spezifische, externe Fachcommunities weitergeleitet und dort bearbeitet. Die Lösungen werden dann zurück an das Unternehmen bzw. dessen Crowd gespielt.

Mit Hilfe des Supercharger Moduls können – über Nacht – die Ideen und das Feedback von hunderten von Experten, sei es eine bestimmte Konsumentengruppe oder auch fachlich spezialisierte Berufsgruppen in die Entwicklung eines neuen Produktkonzeptes einfließen.

TAGGING/SOCIAL TAGGING

Tagging ist die Verschlagwortung oder Kategorisierung von Informationen um Inhalte verknüpfen und gezielt finden zu können. Von Social Tagging spricht man, wenn die Schlagworte, sogenannte Tags, frei von allen Nutzern der Informationen zugeordnet werden können.

USABILITY

Usability ist ein englischer Begriff, der im Allgemeinen die Gebrauchs- oder Benutzerfreundlichkeit eines Gegenstands, einer Software oder einer anderen Art von System beschreibt. Je höher die Usability, desto höher ist die Qualität der Nutzung und die Zufriedenstellung des Endnutzers. Während gute Usability kaum wahrgenommen wird, fällt schlechte Usability schnell auf.

USER EXPERICENCE (UX)

Häufig in einem Atemzug mit Usability genannt, erweitert User Experience den Begriff um ästhetische und emotionale Faktoren. User Experience bezieht also auch ein ob dem Nutzer das Design gefällt und wie viel Spaß die Nutzung macht.

USER INNOVATION

User Innovation bezeichnet Innovationen, die nicht von professionellen Herstellern sondern von individuellen Nutzern entwickelt wurden, meist um individuelle Probleme zu lösen oder bestehende Produkte für den persönlichen Gebrauch zu optimieren. Häufig sind User Innovators bereit, ihre Ideen mit Herstellern zu teilen. Siehe auch „Lead User“.

VIRTUELLE KOLLABORATION

Virtuelle oder E-Kollaboration ist die technologiegestützte, intra- oder interorganisationale kollaborative Zusammenarbeit von zeitlich oder räumlich getrennten Akteuren.