Interview von StartingUp
mit Catharina van Delden

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Zum Thema Crowd-Economy interviewte Bettina Halbach für das Magazin ,,StartingUp“ innosabi CEO Catharina van Delden. Das Interview ist Teil des Dossiers ,,Trendreport: Crowd-Economy“, welches verschiedene Use-Cases und Geschäftsmodelle im Zusammenhang mit Communities und Crowds behandelt. Ein weiter Auszug aus dem Dossier ist online auf der Seite des Magazins verfügbar.

Wie ist die Crowd-Economy entstanden?

Jeff Howe prägte 2006 den Begriff Crowdsourcing. Im Prinzip geht es dabei um Arbeitsteilung. Man verteilt eine Aufgabe, die sonst unternehmensintern bearbeitet wurde, auf viele Menschen über das Internet. Die Entstehung einer Crowd-Economy aus diesem anfänglichen Gedanken der Arbeitsteilung heraus wurde dann mit Social Media und spezialisierten Online-Plattformen möglich. Immer mehr Unternehmen bauten darauf auf, entwickelten skalierbare Geschäftsmodelle.

Ist die Crowd-Economy ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor?

Prinzipien sind etwa Finanzierung, Ideensammlung und Testing. Die Crowd-Economy ist die Grundlage für viele Themen in der Wirtschaft. Der Geldbetrag, der darauf zurückzuführen ist, ist schwer messbar.

Was gehört zur Crowd-Economy?

Unter den Start-ups gibt es crowd enabled startups sowie Intermediäre. Crowd enabled startups funktionieren überhaupt erst dank Crowdprinzipien, so wie Airbnb und Uber. Bei den Intermediären unterscheidet man Finanz-Start-ups – die kümmern sich beispielsweise um Crowdfunding oder Peer-to-peer-Lending – von Wissens-Start-ups. Diese bieten Crowd Design, Crowd Innovation oder Crowd Testing an.

Was fasziniert Sie persönlich an dem Thema Crowd?

Mich fasziniert, dass wir als Einzelne heute mehr erreichen können, als jemals zuvor. Da findet gerade eine große gesellschaftliche Veränderung statt. Gerade wenn Crowd-Prinzipien in großen Konzernen Anwendung finden und so mehr Mitsprachemöglichkeiten für den Endnutzer entstehen. Oder auch als Chance für Menschen, die im bisherigen Arbeitssystem keinen Platz fanden, und dank der Crowd-Economy neue Möglichkeiten zu arbeiten bekommen.

Welches sind die wichtigsten Treiber der Crowd-Economy?

Die Veränderung der Internet-Nutzung hin zum mobilen Business. Digitale Technologien als Teil des Alltags ermöglichen, dass ich mir überhaupt erst eine Mitfahrgelegenheit per App rufen kann, wie eben bei Uber. Und Big Data ist wichtig. Die Crowd-Economy lebt von der Erreichbarkeit einer großen Menschenmenge. Da ist noch viel Musik drin: Man entwickelt Produkte heute anhand der Ideen der Menschen. Diese Ideen ergänzt man dann im nächsten Schritt um Informationen, die aus großen Datenmengen gewonnen werden. Diese Daten helfen, die Bedürfnisse der Menschen genauer zu identifizieren und beispielsweise in neuen Produkten oder Dienstleistungen zu berücksichtigen.

Was ist die Herausforderung für Start-ups?

Dass es sich bei den Geschäftsmodellen von Crowd-Start-ups um zweiseitige Geschäftsmodelle handelt. Ich muss die Crowd erreichen und die Menschen, die mit der Crowd zusammenarbeiten wollen. Das ist ein Henne-Ei-Problem: Habe ich genügend Menschen, die Hilfe bringen können, und, ganz wichtig, genügend Menschen, die die Hilfe, die ich anbiete, suchen? In beiden Gruppen sind Menschen mit Bedürfnissen, das sind zwei Gruppen, auf die ich mich einstellen muss, die ich mitnehmen muss. Eine Seite ist auch oft schwieriger zu erreichen als die andere. Start-ups müssen also Ängste ausräumen. Crowd heißt Menschen, da muss ich ein Regelwerk schaffen, wie ich mit ihnen zusammen arbeiten kann.

Gibt es Vorzeige-Unternehmen?

Den US-amerikanischen Automobilhersteller Local Motors zum Beispiel. Die haben 2007 gegründet und mit Hilfe der Crowd einzigartige Fahrzeuge und Mobilitätskonzepte entwickelt. Bei einem Treffen sagte mir Founder Jay B. Rogers: ,,Wir verändern mit unserer Methode alle Prozesse von Entwicklung bis Vermarktung, wir sprechen von einem Trillion-Dollar-Market.‘ Das Local-Motors-Prinzip funktioniert auch in anderen Bereichen: Airbus etwa nutzt es, um eine Frachtdrohne zu entwickeln, mit der beispielsweise Blutkonserven transportiert werden können.

Welche Tipps haben Sie für Crowd-Start-ups?

Strukturen schaffen, wie eine Crowd zusammen arbeiten kann, ist wichtig. Wert auf die eigenen Prinzipien legen. Sich Partner schaffen, kommunizieren. Man muss das leben, was man verkaufen will.

 

Sie interessieren sich für Crowdsourced Innovation? In unserem Webcast Format ,,Innovators Studio“ erklären die innosabi Gründer die Grundlagen für die Arbeit mit der Crowd und bieten außerdem im Zuge der ,,Master Class“ weiterführende Exkurse zu bestimmten relevanten Themen wie dem Onboarding einer Crowdsourced Innovation Plattform an. Melden Sie sich gleich an, um keinen Webcast des Innovators Studio zu verpassen.

Crowdsourced Innovation
das Handelsblatt erklärt

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Ein kürzlich erschienener Artikel im Handelsblatt erklärt: Was ist eigentlich Crowdsourced Innovation? Wie funktioniert die Arbeit mit der Crowd und was macht diesen Prozess so erfolgreich?

Crowdsourced Innovation im Handelsblatt über innosabi

Ein schöner Artikel zum Thema Crowdsourced Innovation wurde am 10. August 2016 im Handelsblatt veröffentlicht. Es wird anschaulich erklärt, wie Crowdsourced Innovation funktioniert und welche neue Möglichkeiten sich damit für Unternehmen eröffnen. innosabi Gründerin und CEO Catharina van Delden wurde dazu in einem Interview zu ihren Erfahrungen befragt. Sie gibt spannende Einblicke in unsere Arbeit mit den verschiedenen Crowds. Gerade die inhaltliche Vielfalt, welche die unterschiedlichsten Firmen auf den innosabi Crowd Plattformen abbilden, macht die Themenfelder der Innovation und Kollaboration so interessant. Crowdsourced Innovation bedeutet für uns, einen Prozess zu entwicklen, an dem so viele intelligente Köpfe mitarbeiten können wie möglich. Für erfolgreiche Innovation ist das Erfahrungswissen der Mitarbeiter und Kunden von entscheidender Bedeutung.

 

handelsblatt

Interesse? Dann hier entlang..

Bei weiterem Interesse zum Thema Crowdsourced Innovation empfehlen wir sehr die Videos unseres innovator studios auf YouTube. In diesen monatlichen live Webcasts werden die Grundlagen der Crowdsourced Innovation erklärt. Zusätzlich geben wir in regelmäßigen Abständen in unserer Master Class tiefergehende Einblicke in konkrete Use Cases, Best Practices und neue Möglichkeiten, die wir auf unseren Plattformen abbilden. Wann der nächste live Webcast statt findet und wann wir die nächste Master Class aufzeichnen, geben wir auf unserer innovators studio Seite bekannt.

Digitale Transformation
– von Plan und Wirklichkeit

digitale Transformation in Deutschland

Eine neue Studie zum Thema digitale Transformation in Deutschland der Personalberatung Egon Zehnder in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH hat Führungskräfte der 78 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands nach ihren Einschätzungen zum Fortschritt der eigenen digitalen Strategie, sowie der des wichtigsten Konkurrenten befragt. Die Studie präsentiert ein durchaus kontroverses Ergebnis.

[Es ist] das Ziel der Studie, die digitale Transformation aus der Perspektive der obersten Entscheidungsträger zu beleuchten. Da die digitale Transformation fundamentale Veränderungen mit sich bringen kann, können Unternehmenslenker maßgeblich Einfluss ausüben. Die Studie basiert daher auf einer Befragung, die sich ausschließlich an Vorstände und Aufsichtsräte der größten deutschen Unternehmen richtete.

– Dr. Sebastian van BaalLeiter Empirie und Methoden

Vier beispielhafte Ergebnisse

Die digitale Transformation wird ein langer Weg. Insgesamt befinden wir uns dabei in Deutschland noch nicht auf einem Niveau, mit dem man zufrieden sein könnte.

POSITIV:

  • Der Prozess der digitalen Transformation hat in die strategische Planung nahezu aller Unternehmen Einzug erhalten. Rund ein Drittel der Führungskräfte gibt an, eine fertige Strategie vorliegen zu haben, jedoch wird bei mehr als der Hälfte der Konzerne noch daran gearbeitet. Die Wichtigkeit scheint angekommen, die Umsetzung und Finalisierung jedoch läuft bisher eher mäßig.
  • Es scheint erkannt, dass digitale Transformation keine Aufgabe mit festem Beginn und planbarer Dead-Line ist. Sie wird von den befragten CEO’s und Vorständen als ,,laufend entscheidend“ beschrieben, und damit als fortschreitende Entwicklung wahrgenommen. Das wachsende Verständnis für die Thematik lässt hoffen.

NEGATIV

  • In 8 von 10 Fällen wird angegeben, dass digitale Strategien vornehmlich der langfristigen Sicherung des Unternehmens dienen. Damit wird der digitalen Strategie nicht die visionäre Vorreiterrolle, die Innovationskraft mit risikobereitem neuem Schaffen zugeschrieben. Vielmehr wird hier mit eigentlich agilen Möglichkeiten nur widerwillig mitgezogen, wenn es denn wirklich sein muss. Natürlich werden digitale Prozesse und Geschäftsmodelle zur langfristigen Sicherung eines Unternehmens beitragen, jedoch nicht wenn diese aus Angst vor neuem vollzogen wurden.
  • Nur etwa die Hälfte der befragten Unternehmen arbeitet mit Start-ups zusammen oder ist Teil eines Inkubatoren/Accelerator Programms. Dieser geringe Wert zeigt, dass die Unternehmen noch immer stark in konservativen Bahnen denken und noch wenig Bezug zu neuen, innovativen Ideen aus der digital nativen Start-up Welt haben. Dabei wäre dieser Bezug ungeheuer wichtig, um mögliche disruptive Technologien frühzeitig zu entwicklen, zu erkennen und damit selbst einsetzen zu können.

Digitale Transformation aus unserer Sicht…

80/100 – In der Studie wurde der ,,Soll-Zustand“ des Fortschritts im Bereich digitale Transformation mit einem Durchschnittswert von 80% angegeben. Das ist zwar die richtige Richtung, aber bei Weitem nicht genug, um in Zukunft weiter Marktführerschaft und ,,First Mover“ Positionen zu erreichen.

53/100 – Diese Punktzahl geben sich die Manager, wenn Sie die Umsetzung Ihrer eigenen digitalen Strategie bewerten. Dieser Wert kann auf 2 Arten gedeutet werden. Einerseits spricht der Wert aus dem Mittelfeld dafür, dass sich die digitale Strategie laufend an äußere Gegebenheiten anpasst und daher sozusagen per Definition nicht darauf ausgelegt ist, die 100 zu erreichen, sondern vielmehr ein andauernder Arbeitsprozess ist. Jedoch kann man diesen Wert auch als deutliches Zeichen dafür sehen, dass einige Manager sich im Thema digitale Transformation wie ungelenke Jäger auf einer Hasenjagd befinden, bewaffnet mit Platzpatronen.

45/100 – Die Einschätzung des jeweils wichtigsten Konkurrenten auf dem eigenen Markt liegt bei 45 von 100 Punkten, ein Wert mit großen Interpretationsspielraum. Man kann argumentieren, dass die im Verhältnis umsatzstärksten Unternehmen auch digital eben stärker als ihre wichtigsten Konkurrenten sind.  Möglicherweise zeigt dieser Wert jedoch auch, dass vielen Unternehmen der Blick für die alte und neue digitale Konkurrenz fehlt. Neu aufkommende digitale Geschäftsmodelle der Konkurrenz werden die wirtschaftliche Zukunft formen, auch die des eigenen Unternehmens.

Viele unserer Kunden machen vor, wie es besser geht. Case Studies auf unserer Ressourcen Seite zeigen, wie gelungene digitale Prozesse und agile Systeme in Unternehmen implementiert werden können und erfolgreich neue Geschäftsmodelle einleiten. Keinem unserer Kunden würden wir eine 53/100 geben, jedoch strebt von ihnen auch keiner nur 80% Fortschritt in seiner digitalen Transformation an.

Die gesamte Studie gibt es kostenfrei zum Download als .pdf auf der Seite von der Beratungsagentur Egon Zehnter selbst,  sowie bei iwconsult.de. Wir freuen uns sehr über das breite wissenschaftliche Interesse in diesem Gebiet.

EU Micro Grand Programm zur Teilnahme am Crowd Dialog Europe bis 26. Juni verlängert!

Das EU Micro Grand Programm für die Teilnahme am Crowd Dialog Europe ist bis 26. Juni verlängert worden. Alle Teilnehmer, die die Vorraussetzungen für den Zuschuss erfüllen, bekommen bis zu 1000 EUR pro Teilnehmer an Kosten für Reise, Unterkunft und Ticket ersetzt.

GASTBEITRAG von www.crowddialog.eu


let´s meet for Crowd Dialog Europe 16 – the European Crowd experts united in knowledge in Graz Austria at 8th Sep

On September 8th, 2016, Crowd Dialog Europe gathers the European Crowd experts from all 28 EU member states in Graz, Austria After premiering the event series last year in the Finnish capital Helsinki,  the Who’s Who of European crowdsourcing, crowdfunding, and crowdinnovation-scene will meet in the capital of Styria. More than 300 representatives from business, academia and politics will discuss and challenge the most current findings and changes in the industry. The event will be held under the motto „United Knowledge – beyond limits“.

Among others, the EU-Commission, the county of Styria, the City of Graz and the WKO Steiermark as leading trade association are actively engaged as Top Partners for this years CrowdDialog Europe. Dr. Reinhard Willfort from Innovation Service Network Tausend mal Tausend is the dedicated and exclusive regional partner. 

Participants from all 28 European members countries will meet on September 8th in Graz, Austria  for the second international event of the Crowd Dialog Europe series. Delegates and Participants will gain insight into the phenomenon of swarm-based innovation processes, alternative financing scenarios and future of work models for practical insights to potential new business fields as well as an international context on trends and its relation to praxis.

Future of Work – Crowd Sourcing

Leading representatives, selected country patrons and well established experts from more all European countries will critically discuss new models of employment and future forms of cooperative innovation and financing. Driven by agile global competition and the demand for more flexible and open structures, companies are increasingly challenged to keep pace with the constantly changing requirements of working-time-models that attract young professionals.

Alternative Financing – Crowd Funding

Designated industry experts, such as Austria´s country patron Reinhard Willfort will take the participants on a journey into the world of finance clusters, and show how to use a crowd related model to finance ideas and innovation. Today and in the near future more flexible financing solutions will be needed to raise equity or  outside capital. At the same time those solutions will offer the chance of possible higher interest rates versus conventional forms of investment. Crowd Dialog Europe will challenge the speakers and experts to  illuminate the opportunities and risks, and put them into a national and European regulatory context.

Agile Development – Crowd Innovation 

Innovation is the engine of every economy and industry section  and will continue to change the world more quickly and profoundly then ever before. Experts from all over Europe will analyze current trends for more „innovationship“ and critically reflect the intersections to artificial intelligence vs human innovation potentials. Carefully selected business-to-business cases endeavor to give detailed insights on the effects of the Crowd Innovation methodology to the involved stake-holders.

For more information, please visit: http://www.crowddialog.eu

Über offene Innovationsansätze in der Versicherungswirtschaft

Innovationsmanagement in der Versicherungswirtschaft

57% der Versicherungsunternehmen verfügen, laut einer repräsentativen Studie des Centers for Leading Innovation and Cooperation (CLIC) in Zusammenarbeit mit den Versicherungsforen Leipzig zur „Innovationsfähigkeit der deutschen Versicherungswirtschaft“, über kein institutionalisiertes Innovationsmanagement. 41% der Befragten – Führungskräfte deutscher Schaden- und Unfallversicherer aus 59 Unternehmen – gaben an, in ihrer Unternehmensstrategie zwar konkrete Innovationsziele zu verfolgen, aber es fehle an einer Innovationskultur, die eine konkrete Umsetzung der Pläne unterstützt. Nur ein knappes Fünftel der befragten Unternehmen fördert Innovation unternehmensweit und verschenkt dadurch vorhandenes Potential und Ressourcen.

Notwendigkeit neuer Innovationsansätze

Fakt ist: Die Digitalisierung von Produkten, Prozessen und der Gesellschaft stellt die Versicherungsbranche vor immense Herausforderungen. Nachdem andere Branchen die Digitalisierung bereits seit Längerem in ihre Geschäftsmodelle aufgenommen haben, für sich nutzen und deren Weiterentwicklung sogar aktiv vorantreiben, wird es nun auch für die Versicherungsbranche zwingend notwendig, sich zu wandeln. So ermöglichen beispielsweise moderne Fahrberechtigungssysteme in neuen Fahrzeugen das personen-, zeit-, kilometer- und fahrverhaltensgenaue Tracking des Fahrers und öffnen damit Tür und Tor für pay-how-you-drive, pay-as-you-drive und auch personenbezogene statt fahrzeugbezogene Versicherungskonzepte. Dabei wird dieser Prozess jedoch nicht nur von Seiten der OEM im Fahrzeugbereich getrieben, sondern vor allem durch den Konsumenten. Moderne Mobilität ermöglicht und erfordert inzwischen den fortwährenden Wechsel zwischen unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln, bei dem der Hauptnutzen im Sharing und flexiblen Kombinieren liegt. Analog kann dieses Beispiel auf den gesamten Komposit-, Lebens- und Krankenversicherungsbereich übertragen werden. Heutige Versicherungskonzepte sind jedoch noch nicht darauf angepasst und bilden die nahenden Bedürfnisse der Konsumenten (noch) nicht ab.

Innovation durch Kundenbeteiligung

„Kundenwerkstatt“, „IdeenCosmos“ oder „IdeenLabor“ heißen die offenen Innovationsplattformen von Versicherern, die das Potential der Kundenbeteiligung bereits entdeckt haben und konsequent nutzen. Damit sind diese Versicherungsunternehmen, laut der oben genannten Studie, allerdings deutlich in der Unterzahl. Nur 21% der befragten Führungskräfte beziehen demnach ihre Kunden regelmäßig in den Innovationsprozess mit ein. Für 79% spielen sowohl Ideenwettbewerbe als auch Innovation Communities bisher gar keine Rolle. Dabei wird es branchenübergreifend immer wichtiger, Kundenwünsche ernst zu nehmen und in die Produktentwicklung zu integrieren:

„Die Öffnung von Innovationsprozessen und die Einbindung des Versicherungsnehmers sind ein wichtiger Hebel für langfristigen Unternehmenserfolg.“

Prof. Dr. Kathrin M. Möslein, Akademische Direktorin des Center for Leading Innovation & Cooperation (CLIC)

Kunden wollen mitbestimmen

Eine repräsentativen TNS-Infratest Befragung bestätigt derweil die Bereitschaft der Kunden sich mit ihren Ideen in die Entwicklung neuer Versicherungsprodukte und -dienstleistungen einzubringen. 77% der Deutschen, so das Ergebnis der Befragung, haben Interesse bei Verbesserungen mitzuwirken und schätzen dabei auch die Möglichkeit, über eine Community Kontakt zu anderen Versicherten aufzunehmen (48%). Das gilt durchweg für alle befragten Altersgruppen, auch für die über 50-jährigen.

Vorteile offener Innovationsprozesse

Die Mitglieder fester Teams in traditionellen Entwicklungsprozessen kreisen häufig um ein und dieselben Ideen. Die gezielte Öffnung für neue, externe Perspektiven kann die Ideenfindung enorm bereichern. Denn die Teilnehmer entsprechender Crowdsourcing Aktionen haben im Idealfall völlig unterschiedliche Fachhintergründe. In einem Innovation Community Ansatz, der es den Nutzern ermöglicht, direkt miteinander zu kommunizieren, kann individuelles Wissen zusätzlich durch die kollaborative Zusammenarbeit der Community Mitglieder weiterentwickelt werden.

Die frühe Integration von Nutzern senkt außerdem das Floprisiko neuer Produkte und stellt die Berücksichtigung echter Kundenbedürfnisse sicher. Das spart unter Umständen viel Zeit. Und das kann, bei immer kürzer werdenden Innovationszyklen, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Insbesondere für zukünftige Entwicklungen. Denn aus den Aussagen der Community Mitglieder lassen sich mitunter aktuell wachsende und auch ganz neue Bedürfnisse ableiten, die für Produktgestaltung in Zeiten der Digitalisierung wegweisend sein können.

Gut gepflegte Innovation Communities stellen darüber hinaus, über den direkten Dialog mit den Versicherten, ein nachhaltiges Kundenbindungsinstrument dar. Denn Unternehmen, die ihre Kunden mitentscheiden lassen, geben diesen das Gefühl, ernstgenommen zu werden.

Fazit

Die deutsche Versicherungsbranche hat die große Chance, bisher ungenutzte Innovationspotenziale innerhalb des Unternehmens und auch durch die Integration externen Wissens zu heben. Digitale Innovation Communities machen das möglich. Sie ermöglichen es, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens, nach neuen Ideen und Problemlösungen zu suchen sowie neue und wachsende Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen.

Wir  begleiten Sie gern auf diesem Wege, indem wir sie mit unserer Expertise im Bereich Crowdsourced Innovation und der Versicherungswirtschaft mit unserer Marke hammurabi unterstützen.


Bildquelle: Designed by Freepik


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The Emergence of Plattforms for Open and Crowdsourced Innovation – Ein Ausschnitt aus unserem Buch

by Prof. Kathrin M. Möslein
FAU Erlangen-Nürnberg & HHL Leipzig Graduate School of Management

„Generally, Open and Crowdsourced Innovation build on two basic organizational principles: First, open problem calls that ask for solutions and second, self-selected participation of individuals or teams to solve the challenges posed. Historically, these organizational principles have always existed. However, the emergence of the internet with its interactive possibilities and its detachment from spatiotemporal limitations offers an entirely new dimension. The possibility to form innovation platforms and communities is a central driver for the concept of Crowdsourced Innovation.“

Tools and Building Blocks

„Historically, with the growing importance of corporate R&D, the locus of innovative potential was increasingly limited by organizational boundaries. Today, we observe a fundamental change: with the rise of the interactive web, now virtually everyone has the chance to get involved in highly complex innovation activities with large numbers of collaborators on a global scale. These innovation activities are stimulated and supported by a range of specialized tools that form the building blocks for Open Innovation and Crowdsourcing platforms. There are five different classes of tools:

  • innovation contests
  • innovation markets
  • innovation communities
  • innovation toolkits
  • innovation technologies

The development, diffusion, and implementation of these innovation tools are mainly driven by the attractiveness, usability, and inclusiveness of web 2.0 and social software features. This is evident, when looking at each of the tools, as well as their features and functions in Open Innovation and Crowdsourced Innovation processes.“

Innovation Communities

„Innovation communities enable innovators to collectively share and develop ideas, discuss concepts and promote innovations. Web 2.0 and social software based innovation communities normally bundle interested and specialized innovators for particular issues and thus support collective development and enhancement of innovation concepts. The innovation process in such communities is a joint effort, creating a social environment and family-like spirit. Open source software communities are typical examples. The principles of collaborative software development can also be applied to the development of hardware and actual products.“

Towards Novel Platform Strategies

„As a result of internet technologies and web applications, all presented tools for Open and Crowdsourced Innovation include four common and novel effects. They allow

  • for large numbers of innovators to contribute,
  • empower these innovators to collaborate in widely distributed settings,
  • foster high-speed interaction that radically accelerates innovation processes and
  • provide a global memory for innovators to build on.

These four effects clearly facilitate collaboration across organizational boundaries and symbolize new opportunities to create innovations. Additionally, the five innovation tools are essentially just building blocks that open up space for novel platform strategies.“

 

Dieser Blogpost besteht aus ausgewählten Ausschnitten aus unserem 2014 erschienenen Buch “Crowdsourced Innovation – Revolutionizing Open Innovation with Crowdsourcing”. Den kompletten Beitrag mit Ausführungen zu allen fünf Tools können Sie im sechsten Kapitel nachlesen.

Das Buch ist auf Amazon erwerblich oder schicken Sie uns eine Email an csi@innosabi.com.


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„FinTechs und Banken im Honeymoon“ – Ein Bericht vom zeb-Innovation-Panel

In Hamburg haben sich am 25.11. rund 30 Vertreter von Finanzinstituten und FinTechs auf dem zeb-Innovation-Panel getroffen, um über die Chancen und Erfahrungen der Zusammenarbeit von FinTechs und Banken zu diskutieren. innosabi war mit dabei.

In cool lässiger Loftatmosphäre trafen sich im November rund 30 Teilnehmer, um sich beim Innovation-Panel der zeb – der zweitgrößten deutschen Unternehmensberatung – über die Kooperation von FinTechs und Banken auszutauschen.

Gezielte Kooperationen zwischen Banken und FinTechs

Moderator und Organisator der Veranstaltung war zeb Manager Dr. Ludwig Merker. Er skizzierte im einleitenden Vortrag die aktuelle Herausforderung der Branche: Banken werden durch die Digitalisierung zunehmend unter Druck gesetzt, Innovationsfreude und -geschwindigkeit sind allerdings nur bedingt mitgewachsen. Die Lösung: Gezielte Kooperationen mit FinTechs. Merker lieferte dazu interessante Fakten. Nur rund 7% der FinTechs zielen auf einen Verdrängungswettbewerb mit etablierten Banken. 17% fokussierten Aggregation. Der größte Teil, nämlich rund 76%, wünschten sich eine Kooperation. Es gelte, die erforderlichen Erfolgsfaktoren zu identifizieren.

Großes Crowdfunding Potential in Deutschland

Wie die Kooperation von FinTechs und Banken beim Thema Crowdfunding aussehen kann, verdeutlichte Markus Sauerhammer, Partnermanager von StartNext Networks. Das Unternehmen kooperiert seit längerem erfolgreich mit mehreren Banken. Er lieferte interessante Einblicke in den Markt: Während 2014 in UK rund 36€ pro Einwohner mittels Crowdfunding mobilisiert werden konnten, waren es in Deutschland nur 1,70€/Einwohner. Die Zahlen verdeutlichen das große Wachstumspotenzial, das hierzulande beim Thema Crowdfunding noch besteht. Durch die faire Kooperation von FinTechs und Banken kann es, laut Sauerhammer, mit vielen Vorteilen für beide Seiten gehoben werden.

Crowdsourced Innovation im Finanzumfeld

innosabi CEO Catharina van Delden erklärte, wie Crowdsourced Innovation im Finanzumfeld funktioniert. Die theoretischen Grundlagen des Themas untermauerte Sie dabei mit anschaulichen Case Studies. Projekte, wie die Haribo FAN-edition oder die ISPO OPEN INNOVATION Plattform, liegen zwar außerhalb der Finanzbranche, die Verbindung zu Projekten, wie dem Postbank Ideenlabor, machte jedoch klar: Bankkunden wollen und können auch im Finanzumfeld beim Gestalten von Produkten aktiv mitwirken. In dieser Hinsicht ist die Kooperation von Banken und jungen, kreativen Technologieunternehmen ebenfalls möglich und sinnvoll.

Rechtsfragen bei der Zusammenarbeit von FinTechs und Banken

Zu typischen Rechtsfragen bei der Zusammenarbeit von FinTechs und Banken referierte Dr. Thilo Weichert vom Netzwerk Datenschutzinitiative. Wem sein Name irgendwie bekannt vorkommt: Eine gewisse „Berühmtheit“ erlangte er als ehemaliger Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holsteins, der sich nachhaltig mit dem amerikanischen Internetriesen Facebook anlegte. Bei seinem Vortrag ging es diesmal aber nicht allein um Datenschutz – er beleuchtete ebenso die Interessen staatlicher Einrichtungen an Geldtransaktionen, Aspekte des Kreditwesengesetzes (KWG) sowie eine Vielzahl von einschlägigen Rechtsvorschriften.

Vom ersten „Date“ bis zum „Familienstreit“ – Phasen der Zusammenarbeit

Den unterhaltsamsten Beitrag der Veranstaltung lieferte wohl Malte Klussmann, Co-Founder und Geschäftsführer von cringle, einem Berliner FinTech, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Ausgleich privater Kleinbeträge mittels App zu optimieren. Klussmanns Aussage nach werden allein in Deutschland täglich rund 122 Millionen Euro privat unter Freunden beglichen. Der Schwerpunkt seines Vortrags lag allerdings weniger im Geschäftsmodell als in der amüsanten Darstellung seiner Erfahrungen bei der Zusammenarbeit seines Unternehmens mit Banken. Sehr plakativ skizzierte er die verschiedenen Phasen der Beziehung vom ersten „Date“ bis zum „Familienstreit“. Dieser Erfahrungsbericht verdeutlicht eindrucksvoll, dass ein zentraler Erfolgsfaktor eigentlich simpel aber vielleicht gerade deshalb durchaus knifflig ist: Es kommt darauf an, viel und offen miteinander zu reden!

Kommunikation ist Alles!

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Michael Heinks, ehemaliger Vorstand der biw. Seine provokative These: Eigentlich passen FinTechs und Banken nicht zusammen! Aber – und das war die gute Nachricht – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Vorausgesetzt, dass beide Seiten erkennen, welche PainPoints und Erwartungen auf der jeweils gegenüberliegenden Seite bestehen.

… und nicht zu vernachlässigen ist die Kultur

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden noch einmal alle Themen in einer finalen Diskussion aufgegriffen und vertieft. Das Fazit: Eine gelungene Veranstaltung! Zentrale TakeAways liegen vor allem darin, dass eine offene Kommunikation und der kulturelle Fit mindestens ebenso über den Erfolg einer Kooperation entscheiden, wie die inhaltlich-fachliche Passform, und dass noch viel Luft nach oben ist bei der Kooperation zwischen FinTechs und Banken!


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Crowdsourcing, Open Innovation & Kollaboration: Crowdsourced Innovation Grundbegriffe

Letzte Woche haben wir nun schon die zweite Episode unserer vierteljährlichen innovators studio Master Class übertragen. Diesmal ging es um „Crowdsourced Innovation Anwendungsfelder“, von denen wir bei innosabi vier Kategorien unterscheiden: Innovation Communities, Internes Ideenmanagement, Technology Scouting und Digitale Geschäftsmodelle.

Eine Aufzeichnung der Live Übertragung des Master Class Webcasts #02 können Sie hier finden. Auf die vier Anwendungskategorien werden wir in den kommenden Wochen auch noch einmal schriftlich hier im Blog eingehen.

Höchste Zeit also, die Themen der ersten Master Class und die dazugehörigen Blog Artikel mit Definitionen, Beispielen und Grafiken noch einmal Revue passieren zu lassen:

Crowdsourcing

„Crowdsourcing is the act of taking a job traditionally performed by a designated agent (usually an employee) and outsourcing it to an undefined, generally large group of people in the form of an open call.” (Jeff Howe)



Den vollständigen Artikel zum Thema Crowdsourcing finden Sie inklusive anschaulicher Beispiele hier.

Open Innovation

“Open Innovation is a paradigm that assumes that firms can and should use external ideas as well as internal ideas, and internal and external paths to market, as the firms look to advance their technology.” (Henry Chesbrough)



Den vollständigen Artikel zum Thema Open Innovation finden Sie inklusive anschaulicher Beispiele hier.

Kollaboration

“„…collaboration is the process of shared creation: two or more individuals with complementary skills interacting to create a shared understanding that none had previously possessed or could have come to on their own.” (Michael Schrage)



Den vollständigen Artikel zum Thema Kollaboration finden Sie inklusive anschaulicher Beispiele hier.

Crowdsourced Innovation

„Crowdsourced Innovation ist die digitale Öffnung von Innovationsprozessen für skalierbare Kollaboration.“ (innosabi)



Den vollständigen Artikel zum Thema Crowdsourced Innovation finden Sie inklusive anschaulicher Beispiele hier.

 

Alle vier Grafiken, sowie die Aufzeichnung der ersten innovators studio Master Class können Sie auch in unserem Ressourcen Bereich finden.


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innovators studio Master Class #01: Crowdsourced Innovation Grundbegriffe
innovators studio Master Class #02: Crowdsourced Innovation Anwendungsfelder
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Case Study: Fans gestalten Filmposter über die Project:Entertain! Plattform

Vielleicht ist Ihnen der Buch- bzw. Filmtitel „Saphirblau“ ein Begriff? Wenn nicht, dann fragen Sie doch mal eines Ihrer Kinder. Der erste Teil der sogenannten Edelstein-Triologie, drei erfolgreiche Jugend-Fantasy-Romane der deutschen Autorin Kerstin Gier, erreichte nach 54 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste 2013 die Kinos. In 2014 schloss sich die Verfilmung des zweiten Teils „Saphirblau“ an und der dritte „Smaragdgrün“ ist für 2016 angekündigt. Dazwischen lag im Frühjahr 2015 der DVD Launch von „Saphirblau“.

Eine ausführliche Case Study können Sie sich jetzt in unserem Ressourcen Bereich herunterladen.

Fans gestalten ein „Saphirblau“ Poster

Um die Markenbindung der Fans für die Triologie bis zu stärken und als zusätzliche Kommunikationsmaßname bis zum Erscheinungstermin der DVD, wurde von Concorde Home Entertainment ein Crowdsourcing Projekt auf der Plattform Project:Entertain! ins Leben gerufen. Die Aktion rief „Saphirblau“ Fans dazu auf ein Poster zum Film zu gestalten. Grafische Materialen wurden den Teilnehmern über die Plattform zur Verfügung gestellt. Die bestehende Project:Entertain! Community konnte zusammen mit Fans aus den Social Media Kanälen der Triologie Vorschläge posten und bewerten.

„Die Fans der Edelstein-Trilogie sind schon lange auf diversen Social Media Kanälen sehr aktiv. Da war es ein kurzer Schritt sie aktiv durch Crowdsourcing mit in die Home Entertainment Kampagne einzubeziehen – in diesem Fall ein Poster nach ihren Wünschen designen zu lassen.“

Anke Fischer Senior Produkt Manager Spielfilme, Concorde Home Entertainment

Kooperation mit der BRAVO

Um die Reichweite der Aktion zu erhöhen und möglichst viele Fans zu erreichen konnte Concorde Home Entertainment die BRAVO als Partner gewinnen. Der Crowdsourcing Wettbewerb wurde so auch über die Kanäle des Jugendmagazins beworben und der Gewinnerentwurf wurde als Beigabe in der BRAVO veröffentlicht.

Die Project:Entertain! Case Study

Eine detailliertere Case Study mit den Motiven, Zielen und Ergebnissen der „Saphirblau“ Poster Aktion auf der Project:Entertain! Plattform können Sie sich jetzt in unserem Case Study Bereich herunterladen.

Die Project:Entertain! Plattform

Project:Entertain! bietet Verbrauchern die Chance die Unterhaltungsbranche wissen zu lassen, woran sie als Fans interessiert sind und der Unterhaltungsindustrie einen Kanal um gezielt Fans zu befragen und in Ihre Projekte einzubeziehen. Neben der Postergestaltung für „Saphirblau“ hatten die Community Mitglieder auf der Plattform dieses Jahr beispielsweise die Chance ihre Lieblings-„Shaun das Schaf“-Episoden für die dritte Best-of DVD zu wählen. Mehr Informationen finden Sie auf der Plattform Website.


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Der Crowdsourced Innovation Ansatz: Eine Definition und eine Grafik

Nachdem wir im Nachgang unserer ersten innovators studio Master Class zum Thema „Warum Crowdsourced Innovation?“ bereits Begriffsklärungen zu „Crowdsourcing“, „Open Innovation“ und „Kollaboration“ veröffentlicht haben, folgt heute der Artikel zu Crowdsourced Innovation – das Kernstück unserer Unternehmensphilosophie und die Methode, die hinter all unseren Plattformen steckt.

Eine Definition des Crowdsourced Innovation Begriffs

Das Konzept von Crowdsourced Innovation kombiniert Crowdsourcing und Open Innovation Methoden. Es beschreibt online basierte Kollaboration mit einer großen Zahl an Akteuren – sowohl innerhalb als auch außerhalb von Unternehmensgrenzen. Durch die Vernetzung von Kunden, Mitarbeitern, Partnern oder Zulieferern lässt sich kollektives Wissen zu innovativen Ideen und Ansätzen formen, die direkt in den internen Entwicklungsprozessen integriert und umgesetzt werden können.

Wir sprechen gerade dann von Crowdsoured Innovation, wenn offene Innovation also nicht nur offline durchgeführt wird, z.B. in Workshops, sondern mit großen Teilnehmerzahlen über das Internet. Die umfangreiche Öffnung des Innovationsprozesses für Stakeholder Communities und deren Kollaboration trägt zur Vergrößerung des Innovationspotentials in Organisationen bei.

Kurz gesagt:

Crowdsourced Innovation ist die digitale Öffnung von Innovationsprozessen für skalierbare Kollaboration.

Der Crowdsourced Innovation Ansatz verbindet also Open Innovation mit Community-basiertem Crowdsourcing. Durch Kollaboration wird externes Wissen vernetzt und nutzbar gemacht. Die daraus entstehenden Ideen werden gemeinschaftlich weiterentwickelt, bewertet und kontrolliert in die unternehmenseigenen Innovationsprozesse integriert.

Zu Beachten gilt es, dass Crowdsourced Innovation keinesfalls als Ablösung der etablierten, internen Innovationsprozesse verstanden werden sollte. Vielmehr ist die Methode eine wichtige Ergänzung und strategische Bereicherung in Zeiten der Digitalisierung. Crowdsourced Innovation trägt zur Optimierung der Wertschöpfungskette bei, indem vielfältige neue Perspektiven und interdisziplinäres Know-how zu festen Bestandteilen der internen Innovations- und Entwicklungsprozesse werden.

Die Vorteile des Crowdsourced Innovation Ansatzes

Die Vernetzung aller relevanten Stakeholder auf einer online Plattform schafft eine einheitliche Basis für alle erhobenen Daten, auf die Innovationsmanager und Produktentwickler jederzeit zugreifen können. Durch den kollaborativen Ansatz wird zudem nicht nur externes Wissen gesammelt, sondern durch den Austausch und die Diskussionen zwischen den Community Mitgliedern völlig neu generiert. Häufig entstehen auf diese Weise innovative Ideen, die in einem isolierten Innovationsprozess nur eine sehr geringe Entstehungschance gehabt hätten.

Die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven ermöglicht verhältnismäßig schnellere und effizientere, interdisziplinäre Lösungsansätze, die zu erfolgreicheren Innovationen führen als geschlossene Innovationsprozesse. Die frühe Validierung und direkte Einbeziehung von echten Kundenbedürfnissen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Beteiligung externer Akteure an Entwicklungsprozessen bewirkt außerdem eine nachhaltige Stärkung der Kundenbeziehung und -bindung, da Menschen nachweislich Ergebnissen einen höheren Wert beimessen, an deren Entstehung sie selbst beteiligt sind (auch „IKEA Effekt“ genannt).

Einige Beispiele für Crowdsourced Innovation Projekte

Ein prominentes Beispiel für kollaborative Entwicklung lässt sich in dem amerikanischen Automobilentwickler Local Motors finden. Local Motors ist kein gewöhnlicher Hersteller, sondern konstruiert und baut Autos mit Hilfe einer Community von Autobegeisterten, die sich bei der Problemlösung und am Design der Wagen beteiligen und auf diese Weise neue Modelle entwickeln. Jedes einzelne Teil der Fahrzeuge wird von der Community entworfen und konstruiert. Selbst bei der tatsächlichen Fertigung der Fahrzeuge wird höchster Wert auf die persönliche Beteiligung gelegt: Jeder Käufer kann sein Auto bei Local Motors unter professioneller Anleitung selbst zusammen bauen.

Etwas weniger emotional, aber dafür mit einer hohen funktionellen Relevanz behaftet ist das Crowdsourced Innovation Projekt von Continental, das Landwirte in die Entwicklung von Steuerungsdisplays für Landmaschinen einbezogen hat. Das war in sofern ein besonderer Schritt, da die Landwirte in diesem Fall gar nicht die direkten Kunden der Firma Continental sind. Die Kunden des Unternehmens sind eigentlich Landmaschinenhersteller für die Continental die Steuerungskonsolen herstellt. Die frühe Einbindung der Endkunden in diesem B2B2C-Verhältnis ermöglicht es, echte Kundenbedürfnisse abzubilden, was wiederum zu einem starken Verkaufsargument für Continental wird.

Im Bereich der Dienstleistungen arbeitet die Postbank seit einiger Zeit über ihre Crowdsourced Innovation Plattform, das „Postbank Ideenlabor“, mit Kunden und Finanzinteressierten zusammen, um ihre Produkte und Services nach Kundennutzen auszurichten, Ideen und Anregungen aus der Kundenperspektive einzuholen, sowie neue (digitale) Konzepte zu testen. Gerade durch die langfristige Ausrichtung der Plattform und einen kontinuierlichen Ausbau der Community wird das Ideenlabor so zum festen Bestandteil im internen Innovationsmanagement.

Eine Crowdsourced Innovation Grafik

Angelehnt an die gängige trichterförmige Visualisierung des Innovationsprozesses bzw. an Henry Chesbrough’s Open Innovation Trichter, haben wir eine Grafik erstellt, die das kollaborative Potential der Vernetzung durch Crowdsourced Innovation für Innovationsprozesse verdeutlicht. Neben der Vernetzung interner Mitarbeiter untereinander können auch gezielt unterschiedliche Stakeholder in verschiedene Entwicklungsphasen mit einbezogen werden:



Gerne können Sie diese Grafik – mit einem kurzen Hinweis auf innosabi – für Ihre eigenen Zwecke weiterverwenden.

Fazit

Crowdsourced Innovation vernetzt Stakeholder – wie Ideengeber & Interessierte, Kunden, Mitarbeiter, Service Partner und Zulieferer – mit Unternehmen, die bereit sind ihre internen Entwicklungsprozesse zu öffnen. Die dadurch entstehenden neuen Wege der Kommunikation und des Austauschs sind eine wertvolle Ergänzung zu traditionellen Innovationprozessen und ermöglichen es, die digitale Transformation der Märkte optimal zu nutzen. Nicht nur eine bessere Kommunikation, ein effektiverer Wissenstransfer und eine engere Kundenbindung sind die Folge. Auch neue, digitale Geschäftsmodelle können aus einer nachhaltigen, softwaregestützten Verbindung mit der Crowd hervorgehen.

 

Wie offen sind Ihre Innovationsprozesse? Welche internen und externen Stakeholder beziehen Sie in Ihre Entwicklungsabläufe mit ein? Auf welche Art und Weise und wie nachhaltig kommunizieren Sie mit diesen Stakeholdern?


Weitere Informationen zu Crowdsourced Innovation finden Sie in unserem Buch „Crowdsourced Innovation – Revolutionizing Open Innovation with Crowdsourcing“.

Näheres über unsere Plattform Software „innosabi crowd“ können Sie auf unseren Produktseiten nachlesen.


Bildquelle: Designed by Freepik


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